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Waldbrandübung – fast 200 Kräfte im Einsatz
Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz führte am Samstag, dem 20. Juni 2009 die Katastrophenschutzübung „Tollense 09“ durch.
Das Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte – örtliche Wehren, Katastrophenschutzzüge des Landkreises, die Technische Einsatzleitung, Forst, Polizei, Sanitätszug, Wassergefahrengruppe, THW, usw. – soll bei dieser Übung an einem relativ realem Szenario geprobt werden.
Dank der Unterstützung durch die „Pomerania“ konnten Kameraden der Staatlichen und Freiwilligen Feuerwehren des polnische Partnerkreises Bialogard an der Übung teilnehmen.
Das anhaltende trockene Wetter hat zur höchsten Waldbrandwarnstufe geführt, trotzdem wird in der Nähe des Campingplatzes „Gatscheck“ ein Waldbrand gemeldet.
Gegen 08:15 Uhr werden die Gemeindefeuerwehren Wulkenzin, Chemnitz und Woggersin entsprechend der Ausrückordnung alarmiert. „Waldbrand bei Gatscheck“ lautet das Einsatzstichwort. Die Wehren rücken aus, begeben sich zum vermeintlichen Einsatzort.
„Gatscheck“ ist ein beliebter und bekannter Campingplatz, direkt am wunderschönen Tollensesee gelegen und insbesondere am Wochenende mit vielen Urlaubern und Gästen belegt.
Die FF Wulkenzin trifft zuerst ein, erkundet die Lage und leitet die ersten Maßnahmen – Aufbau der Wasserversorgung und Brandbekämpfung – ein.
Von Unterwegs werden die Tanklöschfahrzeuge der FF Neubrandenburg, Rowa und der polnischen Partner zur Absicherung der Wasserversorgung angefordert. Bei Waldbränden ist die Wasserversorgung eines der größten Probleme, dass dann mit Tanklöschfahrzeugen über einen Pendelverkehr zwischen Wasserentnahmestelle (Tollensesee) und Brandort (mehrere hundert Meter entfernt) abgesichert wird.
Bei einer erneuten Lagebeurteilung wird festgestellt, dass die eingesetzten Kräfte und Mittel nicht ausreichen und der Brand sich - vom Wind angefacht – weiter in Richtung Campingplatz ausbreitet.
Die örtliche Einsatzleitung setzt die Lagemeldung ab und fordert weitere Unterstützung an.
Zum Einsatz kommen jetzt die beiden Katastrophenschutzzüge des Landkreises, die sich zur Ausbildung in der nahe gelegenen FTZ (Feuerwehrtechnischen Zentrale) befinden. Die Gesamteinsatzleitung wird von der Technischen Einsatzleitung übernommen. Der Sanitätszug und die Wassergefahrengruppe werden ebenfalls nachgefordert.
Zur Absicherung der Gefahren für die Menschen auf dem Campingplatz und deren Sachwerte, sowie dem gesamten Waldbestand wird eine Wassergasse aufgebaut und eine Schneise geschlagen.
In einer ersten Auswertung wurde von Klaus- Peter Kühnlein, Leiter der Übung und Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit im Landkreis Mecklenburg-Strelitz eingeschätzt, dass das Ziel der Übung erreicht wurde.
Das Zusammenspiel der eingesetzten Kräfte und Organisationen hat geklappt. Die örtliche Einsatzleitung und die Technische Einsatzleitung haben die komplexen Koordinierungsaufgaben bewältigt.
Vom Ergebnis der Übung und deren Ablauf konnten sich auch die amtierende Landrätin Ingrid Sievers, Landrat Krzystof Baginski vom polnischen Partnerkreis und die zahlreichen Gäste von den bereits benannten Organisationen und der Kommunalpolitik überzeugen.
Kreiswehrführer Josef Augustin brachte seinen Dank für die geleistete Arbeit zum Ausdruck und war sichtlich mit der Umsetzung der komplexen Aufgaben auf allen Ebenen zufrieden.
Der Kommandant der Berufsfeuerwehr Bialogard zeichnete die Kameraden Wegner und Ehrlich der FF Wulkenzin und den Kameraden Rieger der FF Woggersin mit der polnischen „Verdienstmedaille für Leistungen im Brandschutz in Bronze“ aus.
Die Versorgung wurde durch den Betreuungszug der Johanniter-Unfallhilfe aus Woldegk abgesichert, Danke dafür.
Eine fachliche Auswertung erfolgte sowohl auf Kreis- als auch auf Amtsebene.
Norbert Rieger
Pressewart des Kreisfeuerwehrverbandes |